Donnerstag, 6. Juli 2017

Schuld

SchuldSchuld by K.C. Wells
My rating: 4 of 5 stars

Manchmal sollte man auch bei besten Freunden genauer hinsehen, bzw. einfach mal die Augen aufmachen, denn dass Aaron nicht ganz sauber ist, war mir schon nach den ersten Seiten der Geschichte klar. Dennoch läuft Mitch wie ein unschuldiges Lamm zur Schlachtbank und steckt ruckzuck in einer Geschichte um Zwangsprostitution, Drogen und seinen Gefühlen für einen Stricher, der keiner ist, und zudem altersmäßig auch noch sein Sohn sein könnte.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich mit Nikko warm wurde, weil er so dermaßen naiv daherkommt und teils auch einfach nur dumm handelt, da habe ich mir beim Lesen an den Kopf gefasst. Gut, er ist, soweit man das mitbekommen hat, ziemlich behütet aufgewachsen, aber mal ehrlich … Sich als Stricher zu verdingen und dann tatsächlich glauben, dass man nach ein paar Monaten einfach wieder aus der Sache rauskommt? Ohne Worte.

Da war mir Mitch von Anfang an lieber. Er ist zwar gefrustet und einsam, aber man merkt ihm an, dass er mit beiden Beinen mitten im Leben steht, auch wenn selbiges seit der Trennung von seinem Ex nicht rund läuft. Dafür hat er eine Familie, die einfach nur toll ist und ich habe die Szenen, wo er mit seinen Geschwistern und Eltern zusammen ist, vom ersten bis zum letzten Wort geliebt. Und natürlich merken die auch bald, dass irgendetwas mit ihrem Junior nicht stimmt, und sein Bruder ist schließlich der erste, der erfährt, was Mitch umtreibt und der ihm später auch zur Seite steht, als er zu seiner Familie fährt, weil er einfach nicht mehr weiter weiß und Nikko unbedingt aus diesem Bordell rausholen will.

Am Ende überzeugt ihn seine Familie, zur Polizei zu gehen, um dort eine Aussage zu machen, in der Hoffnung, dass der Club dann schnellstens dicht gemacht wird. Natürlich geht das nicht von jetzt auf gleich, und Mitch ist verständlicherweise frustriert. Doch schließlich handelt die Polizei und ich nicht sonderlich überrascht, als sich dann herausstellte, wer Mitch und Nikko in gewisser Weise heimlich geholfen hat, ohne dass sie davon wussten.

Die Szenen mit der Polizei kamen Schlag auf Schlag, wobei mir die Erklärung mit dem Zeugenschutz für Nikkos Bruder recht wage daherkam. Normalerweise wird eine Familie komplett umgesiedelt, wenn Gefahr im Verzug ist. Es sei denn, man spricht sich explizit dagegen aus. Dass sie Nikko nicht einmal gefragt haben, fand ich doch etwas verwunderlich. Ein, zwei Sätze dazu hätten meiner Meinung nach ruhig sein dürfen. So wären mir die nächsten Kapitel und das verdiente Happy End mit Mitch im Ganzen runder erschienen.

Alles in allem ist »Schuld« aber eine sehr schöne Geschichte. Sofern man sich das Cover nicht genauer anguckt, das Model darauf passt nun wirklich überhaupt nicht zu Nikko.

Ich vergebe zufriedene 4* und eine Leseempfehlung.
Außerdem geht ein dickes Dankeschön an den Dreamspinner Verlag für das Rezensionsexemplar.

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